Februar 2008
Ein Erfahrungsbericht von Dagmar Frommhold (Kunsttherapeutin)

Seit zehn Jahren arbeite ich als Physiotherapeutin und Kunsttherapeutin in der Kinderklinik. Durch meine physiotherapeutische Arbeit auf der kardiologischen Station sind mir die Mitarbeiter und häufig auch die Kinder, die immer wieder kommen, vertraut.
Am Nachmittag komme ich mit Malblock und Malkiste unter dem Arm auf die Station, um mit den Kindern oder Jugendlichen über das Medium Malen in Kontakt zu treten, wobei der Prozess des Gestaltens im Vordergrund steht, der alleine schon heilenden Charakter haben kann.
Die Bilder, die von den Kindern gemalt werden, verbergen Geschichten, können Mitteilungen sein, sie lösen etwas aus, sie erfreuen, faszinieren, benennen Traumata und zeigen manchmal Problemlösungen. Bei den jüngeren Kindern begleitet mich meine kleine Handpuppe, der Vogel “Dodo”, durch den ich auf einer anderen Kommunikationsebene (z.B. im Rollenspiel) in Kontakt mit den Kindern kommen kann.
Gerade für Kinder und Jugendliche, die lange in der Klinik sein müssen, kann die Kunsttherapie eine hilfreiche Begleitung sein, sich mit dem Krankheitsgeschehen auseinanderzusetzen. Es kann auch eine Begleitung und Stütze sein, um einen kreativen Ausdruck für die momentane Situation zu finden.
Ich biete den Kindern altersentsprechendes Mal- und Gestaltungsmaterial an. Oft haben sie ganz eigene Ideen und Vorstellungen von dem, was sie malen wollen, so dass ich kein Thema anbiete. Auch die Gespräche über das gemalte sind altersentsprechend. Meist ist das Begleiten und Dabeisein beim Malen schon genug. Ich versuche in Worte zu fassen, was ich beim Gestalten sehe, ohne zu interpretieren oder zu deuten.
Der Austausch und die Gespräche mit den Eltern, der Pflege, den Ärzten und der Sozialpädagogin auf der Station gehören mit zu meiner Arbeit als Kunsttherapeutin auf der Station 33 (A8 Nord) und runden meine Arbeit mit den Kindern ab.
Dagmar Frommhold

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